Pratt macht seinen Fehler wett: Brewers drehen 0:4 und schlagen Rays 5:4 zur 2:0-Führung in der World Series
Nach einem 0:4-Rückstand im ersten Inning drehten die Milwaukee Brewers Spiel 2 und schlugen die Tampa Bay Rays mit 5:4, wobei Rookie Cooper Pratt im siebten Inning den siegbringenden Run nach Hause schlug und eine 2:0-Führung in der World Series herstellte.

Ein Comeback, besiegelt im siebten Inning
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Rookie Cooper Pratt machte aus einer Nacht, die auf die schlimmste Art begonnen hatte, den entscheidenden Moment von Spiel 2 der World Series, als er im siebten Inning den siegbringenden Run nach Hause schlug und die Milwaukee Brewers ein weiteres Comeback vollendeten. Milwaukee, das im ersten Inning noch 0:4 zurücklag, schlug die Tampa Bay Rays am Samstagabend im American Family Field mit 5:4 und ging in der Best-of-seven-Serie mit 2:0 in Führung. Die Brewers sind nun zwei Siege von der Meisterschaft entfernt.
Das Spiel hätte für die Gastgeber kaum schlechter beginnen können. Pratt, der als Shortstop spielte, unterlief im ersten Spielzug ein Wurffehler, durch den Yandy Díaz die Base erreichte und weiter vorrückte. Tampa Bay ließ sich die Chance nicht entgehen. Chandler Simpson brachte Díaz nach Hause, Junior Caminero brachte Simpson nach Hause, und Liam Hicks legte mit einem Two-Run-Homerun nach und brachte die Rays mit 4:0 in Führung, bevor viele Zuschauer sich gesetzt hatten.

Doch Milwaukee hat sich in dieser Postseason angewöhnt, ein solches Drehbuch nicht zu akzeptieren, und die Antwort begann sofort. Im unteren Teil des ersten Innings reihten die Brewers vier Singles aneinander und punkteten zweimal, wobei William Contreras und Garrett Mitchell Runs nach Hause brachten und den Rückstand halbierten. Das Comeback setzte sich im vierten Inning fort. Pratt, der sich von einem 0:2-Count zurückkämpfte, erarbeitete sich bei einem Aus einen Walk, rückte durch einen Single von Sal Frelick auf die dritte Base vor und punktete, als Jonathan Aranda einen Fehler machte.
Der entscheidende Schlag zum Ausgleich kam von einer der unwahrscheinlichsten Power-Quellen in Milwaukees Aufstellung. Frelick, der in der regulären Saison in 339 At-Bats nur vier Homeruns geschlagen hatte, eröffnete das sechste Inning gegen Ian Seymour und schlug einen 3:2-Fastball 408 Fuß weit ins Center Field zum 4:4-Ausgleich. Es war sein Postseason-Homerun, genau in dem Moment, als Milwaukee ihn brauchte, und er krönte den disziplinierten Weg zurück aus dem frühen Rückstand.

Das siebte Inning gehörte dann Pratt und der Idee der Wiedergutmachung, die so viel von Milwaukees Postseason durchzieht. Brice Turang eröffnete das Inning mit einem Double gegen Tyler Wells, der damit auf 0:2 fiel, und rückte durch einen Flyout vor. Pratt begrüßte dann Kevin Kelly mit einem RBI-Single ins Right Field, brachte Turang nach Hause und verschaffte Milwaukee mit 5:4 die erste Führung der Nacht. Pratt war von der Ursache von Milwaukees Problemen zum Urheber seiner Führung geworden.
Diese Führung wurde von einem Bullpen verteidigt, das zum Rückgrat dieses Brewers-Postseason-Laufs geworden ist. Starter Logan Henderson gab in drei Innings vier Runs ab, drei davon verdient, doch die nachfolgenden Reliever warfen sechs scoreless Innings. JoJo Romero, Dustin May und DL Hall warfen jeweils ein scoreless Inning, Abner Uribe holte vier Outs, sicherte sich den Sieg und verbesserte sich auf 1:0, und Aaron Ashby beendete das Spiel und holte seinen dritten Save. Der Bullpen-Sieg war der achte in Milwaukees neun Postseason-Siegen und stellte den Rekord der Kansas City Royals von 2015 für die meisten Reliever-Siege in einer einzigen Postseason ein. Ashby hat derweil in 15 und zwei Dritteln Innings über acht Postseason-Einsätze keinen Run zugelassen.
Milwaukee musste zudem zwei knifflige Situationen in der Defensive in den späten Innings überstehen. Im sechsten verhinderte Jackson Chourio mit einem perfekten Wurf von Left Field nach Hause einen Run, als er Hicks beim Versuch, von der zweiten Base zu punkten, ausmachte, ein Spielzug, der nach Videobeweis bestätigt wurde. Im achten drohte Milwaukee erneut, doch Chourio wurde beim Versuch, von der dritten Base nach einem Infield-Bouncer zu punkten, an der Home Plate ausgemacht, ebenfalls ein knapper Spielzug, der nach Videobeweis bestätigt wurde.
Das neunte Inning brachte das bisher umstrittenste Finish der Serie. Jonny DeLuca eröffnete das neunte Inning mit einem Double gegen Ashby und brachte den Ausgleichs-Run sofort in Scoring-Position. Victor Mesa Jr. schlug aus, und DeLuca rückte durch einen Groundout auf die dritte Base vor, sodass Tampa Bay nur noch ein produktives Aus vom Ausgleich entfernt war. Díaz kam dann bei vollem Count und zwei Aus an die Platte, und das Spiel endete mit einem Check-Swing-Strikeout. Home-Plate-Umpire Jim Wolf glaubte zunächst nicht, dass Díaz durchgeschwungen hatte, doch Brewers-Catcher William Contreras gewann seinen Einspruch an der ersten Base, wo Umpire James Hoye entschied, dass Díaz tatsächlich geschwungen hatte. Das Strikeout beendete das Spiel und damit Tampa Bays Chance, Milwaukee mit einem Split zu verlassen.
Díaz verbarg nach dem Spiel seine Meinungsverschiedenheit nicht, akzeptierte die Entscheidung aber zugleich. Er sagte, dass er in dem Moment anderer Meinung gewesen sei, der Umpire aber gesagt habe, es sei ein Swing gewesen, und es sei eben, wie es sei, und fügte hinzu, dass sein Team verloren habe. Über die Entscheidung wird so lange diskutiert werden, wie über diese Serie gesprochen wird, zumal Tampa Bay auch im neunten Inning von Spiel 1 den Ausgleichs-Run auf der dritten Base stranden ließ, zum zweiten Spiel in Folge.
Die Serie zieht nun für Spiel 3 am Montag nach St. Petersburg in Florida, und die Geschichte bietet Tampa Bay nur begrenzten Trost. Nur zehn Teams haben jemals einen 0:2-Rückstand aufgeholt und die World Series gewonnen, zuletzt die New York Yankees von 1996. Die Rays müssen einen Weg finden, eine Führung zu halten, einen Milwaukee-Bullpen zu beruhigen, der in den entscheidenden Momenten unantastbar war, und zu verhindern, dass ein weiterer früher Vorteil entgleitet. Die Brewers hingegen werden in Florida ankommen und glauben, dass kein Rückstand zu groß und kein Moment zu groß ist, ein Glaube, den Spiel 2 keineswegs erschüttert hat. Nach einem 0:4-Rückstand im ersten Inning und einem 5:4-Sieg haben sie allen Grund, so zu empfinden.
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