Wembanyamas Monster-43 führt die Spurs an den Timberwolves vorbei
Victor Wembanyama erzielte einen Saisonbestwert von 43 Punkten, als die Spurs die Timberwolves mit 121:111 besiegten.

Wembanyamas 43 führen die Spurs an dezimierten Timberwolves vorbei
Victor Wembanyama kam an Halloween als Geralt von Riva, der Monsterschlächter, verkleidet ins Frost Bank Center – und spielte dann genau diese Rolle. Der Star der San Antonio Spurs erzielte mit 43 Punkten einen Saisonbestwert, dazu sieben Rebounds, sechs Blocks und vier Assists, als San Antonio am Samstag, dem 31. Oktober, die dezimierten Minnesota Timberwolves mit 121:111 besiegte und damit den vierten Sieg in Folge holte.
Es war keine leise 43. Wembanyama nahm einen Karrierebestwert von 34 Würfen, traf 17, erzielte 24 Punkte in der ersten Halbzeit und erreichte zum zehnten Mal in einem Regular-Season-Spiel die 40-Punkte-Marke.
„Er ist einfach so dominant“, sagte Zweitjahr-Guard Dylan Harper. „Wenn er dem Spiel seinen Stempel aufdrückt, ist er nicht zu stoppen. Das hat er heute vom ersten bis zum letzten Moment getan.“
Wie das Spiel kippte
San Antonio führte den größten Teil des ersten Viertels und ging nach einem Drei-Punkte-Spiel von De'Aaron Fox in den Schlusssekunden mit 34:28 in Führung.
Minnesota gab nicht auf. Nachdem LaMelo Ball mit noch 7:40 Minuten in der ersten Halbzeit sein viertes Foul kassierte, antworteten die Timberwolves mit einem 16:0-Lauf, abgeschlossen durch Freiwürfe von Trey Lyles, und führten 51:46. Sie bauten den Vorsprung auf sieben Punkte aus, ehe zwei Dreier von Wembanyama San Antonio zur Pause auf 61:60 heranbrachten, obwohl Minnesota das zweite Viertel mit 33:26 gewann.

Die zweite Halbzeit gehörte den Gastgebern. San Antonio eröffnete das dritte Viertel mit einem 13:4-Lauf, in dem Ball sein fünftes Foul kassierte, und Harpers Dunk bei 7:54 Minuten machte das 73:65. Als Jaden McDaniels' Wurf mit noch 6:49 Minuten den Rückstand auf vier verkürzte, antwortete San Antonio mit einem 6:2-Lauf und wurde danach nie wieder ernsthaft bedroht.
Auch die weiteren Zahlen passten zum Eindruck: Wembanyama, Harper und Fox erzielten zusammen 90 der 121 Punkte San Antonios, San Antonio gewann das Rebound-Duell mit 49:38, und Wembanyamas später Dreier aus der Ecke baute die Führung 2:40 Minuten vor Schluss auf 118:107 aus.
Harper und Fox bereiten den Weg
Harper stellte mit 25 Punkten bei 9 von 17 Würfen einen Regular-Season-Karrierebestwert auf, dazu sieben Rebounds und sechs Assists. Fox erzielte 22 Punkte mit acht Rebounds und sieben Assists, und San Antonio wirkte am wohlsten, als er spät die Kontrolle übernahm und im Pick-and-Roll zum Korb zog. Julian Champagnie steuerte 12 Punkte von der Bank bei.
Stephon Castles Beitrag taucht in keiner Scorerliste auf – und zählte trotzdem.
Wembanyama beschrieb den Abend eher über Gefühl als über Kraft. „Es ist Mustererkennung“, sagte er. „Das Gehirn weiß nach so vielen Spielen, buchstäblich Hunderten von Spielen in der NBA, auf welche Art von Spiel es zugehen muss, um Spaß zu haben. Immer wenn wir punkten, bekommen wir gute Ergebnisse, positives Feedback für das Gehirn. Es gibt immer Höhen und Tiefen, aber wir entwickeln uns in die richtige Richtung.“
Ein dezimiertes Timberwolves-Team, trotzdem gefährlich
Minnesotas Probleme waren schon vor dem Anwurf klar. Die Timberwolves mussten bereits ohne Anthony Edwards, der sich von einer Knieoperation erholt, und Donte DiVincenzo nach einer Achillessehnenoperation auskommen, und verloren dann Gobert wegen Krämpfen im unteren Rücken. Es war ihre dritte Niederlage in vier Spielen, sie fielen auf 4:3 zurück, während San Antonio auf 4:2 kletterte.

Trotzdem lieferte Minnesota einen echten Kampf. Ayo Dosunmu führte die Timberwolves mit 27 Punkten und neun Rebounds an, McDaniels und Kuminga erzielten je 19 Punkte, Joan Beringer steuerte 12 bei. Balls Abend dagegen zerfiel: Durch Foulprobleme auf 20 Minuten begrenzt, kam er auf 10 Punkte bei 2 von 10 Würfen, acht Rebounds, vier Assists und drei Steals, ehe er 3:43 Minuten vor Schluss mit seinem sechsten Foul ausschied.
Dieser Kontext macht den Sieg der Spurs mehr als eine Star-Scorerzeile. San Antonio lag zur Pause hinten, steckte Minnesotas besten Schlag weg und kontrollierte dann die zweite Halbzeit. Für San Antonio folgt der Sieg auf 36 Punkte von Wembanyama im vorherigen Spiel, und er hat nun erstmals seit David Robinson für die Spurs im Jahr 1996 mindestens 40 Punkte mit mindestens fünf Blocks kombiniert.
Minnesota muss sich schnell neu formieren. Die Timberwolves empfangen am Montagabend die Milwaukee Bucks, während die Spurs am selben Abend die Utah Jazz empfangen. Bleiben Edwards und Gobert aus, braucht Minnesota eine weitere Nacht wie die von Dosunmu – und bessere Foul-Disziplin von Ball –, damit diese Niederlage nicht der Beginn einer Negativserie wird. Vorerst gehörte Halloween in San Antonio einem Spieler, im Kostüm und in Kontrolle, und einem Spurs-Team, das allmählich genau zu wissen scheint, wie es ihn einsetzen muss.
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