Hawks stellen Franchise-Rekord auf: 47-Punkte-Demontage der Hornets in Charlotte
Jalen Johnson und Aaron Wiggins erzielten je 19 Punkte, Dyson Daniels klaute sieben Bälle, als Atlanta Charlotte mit 128:81 schlug – der höchste Sieg der Franchise-Geschichte, in der ersten Heimnacht der Hornets seit dem LaMelo-Ball-Trade.

CHARLOTTE, N.C. — Die Pfiffe begannen zur Halbzeit, und im vierten Viertel gab es kaum noch etwas auszupfeifen. Die Atlanta Hawks verwandelten Charlottes Heimauftakt am Freitagabend in eine Demütigung mit Franchise-Rekord: 128:81 gegen die Hornets – der höchste Sieg der Vereinsgeschichte.
Der 47-Punkte-Kantersieg toppte den bisherigen Franchise-Rekord von 46 Punkten aus dem 126:80 gegen Sacramento am 15. November 2017. Atlanta legte mit 33:20 im ersten Viertel vor, ging mit 68:43 in die Pause und hielt die Hornets im dritten Viertel bei 19 Punkten (97:62). Im Schlussabschnitt wuchs der Abstand auf 49, während die Starter angesichts des Heimspiels gegen die Houston Rockets am Samstag schon auf der Bank saßen.

Jalen Johnson führte die Demontage mit 19 Punkten, sieben Rebounds, acht Assists und drei Steals bei 9 von 16 aus dem Feld an. Ersatzmann Aaron Wiggins egalisierte ihn mit 19 Punkten bei 7 von 9 Würfen, darunter 3 von 5 Dreiern – 15 davon in der ersten Halbzeit. Alle fünf Hawks-Starter punkteten zweistellig – Nickeil Alexander-Walker (14), CJ McCollum (13) und Dyson Daniels (11) neben Johnson – dazu Onyeka Okongwu mit 10. Atlanta traf 50,5 Prozent aus dem Feld, verteilte 37 Assists und verbuchte 17 Steals. Johnson fehlten am Ende nur zwei Rebounds und zwei Assists zum Triple-Double.
Daniels war der Defensivstar des Abends. Der 23-jährige Guard sammelte sieben Steals – einer weniger als sein Karrierebestwert – dazu 11 Punkte, neun Rebounds und vier Assists, vier der Ballgewinne allein im dritten Viertel. Er ist mit zwei Fünf-Steal-Spielen in die Saison gestartet und führt die NBA seit Beginn der Saison 2024/25 bei den Steals an. „The Great Barrier Thief" wurde seinem Spitznamen gerecht.

Atlanta erzwang 27 Ballverluste der Hornets, 14 in der ersten Halbzeit, und machte daraus 15 Fastbreak-Punkte vor der Pause. Charlotte trat erst tief im vierten Viertel zum zehnten Freiwurf an und traf 34,5 Prozent aus dem Feld sowie klägliche 11 von 51 Dreiern.
Für Charlotte war der Abend eine Abrechnung. Es war das erste Heimspiel seit dem weithin unpopulären Offseason-Trade, der LaMelo Ball zu den Minnesota Timberwolves schickte, und die ausverkaufte Arena mit 19.524 Zuschauern ließ es das Team spüren – laute Pfiffe, als die Hornets zur Halbzeit vom Parkett trotteten. Die Pfiffe wurden nur lauter, als Atlanta im dritten Viertel aufs Gas trat.
Brandon Miller bekam das Elend am stärksten zu spüren. Tage nach der Unterzeichnung einer Franchise-Rekord-Verlängerung über fünf Jahre und 209 Millionen Dollar kam der junge Flügel auf sechs Punkte bei 2 von 14 Würfen, darunter 1 von 11 Dreiern – seine zweite schwache Wurfnacht in Folge. Aus der Distanz steht er nach zwei Spielen bei 4 von 25 (16 Prozent). Für einen Spieler, der gerade den größten Vertrag der Franchise-Geschichte unterschrieben hat, war das ein denkbar schlechter Zeitpunkt, sich dem eigenen Publikum zu präsentieren. Naz Reid, im Ball-Deal gekommen, führte die Hornets mit 17 Punkten an, Grayson Allen steuerte 11 von der Bank bei seinem Heimdebüt für Charlotte bei.
Den Hornets fehlten erneut Kon Knueppel (Oberschenkel), Coby White (Wade) und Grant Williams (Oberschenkel), doch das ging über Verletzungen hinaus. Charlotte gewann letzte Saison 44 Spiele – die beste Bilanz seit 2015/16 – und die Entscheidung, Ball für Reid, Draftpicks und finanzielle Flexibilität abzugeben, hat die Fangemeinde gespalten. Vor Spielbeginn nannte Golden States Draymond Green den Trade „nur eine weitere der schlechten Entscheidungen, die die Hornets immer treffen". Die ausverkaufte Halle am Freitagabend schien ihm zuzustimmen.
Atlanta dagegen sieht aus wie der Contender, für den es sich hält. Die Hawks verbesserten sich auf 2:0, nachdem sie die Saison mit einem 132:125 in Orlando eröffnet hatten, und empfangen am Samstag die Houston Rockets. Charlotte (1:1), das mit Reids 20-Punkte-11-Rebound-Debüt 110:103 in Brooklyn gewonnen hatte, empfängt am Samstag Miami zur Neuauflage des letztjährigen Play-in-Spiels.
Die Kaderbreite der Hawks war voll zu sehen. Wiggins, in der Offseason aus Oklahoma City gekommen, setzte früh den Ton. Corey Kispert versenkte drei Dreier in unter zehn Minuten von der Bank. Jock Landale – mit Schutzmaske nach einem Nasenbeinbruch im Auftaktspiel – steuerte acht Punkte, sechs Rebounds und vier Assists bei. Und die Rookies Kingston Flemings und Zuby Ejiofor trafen jeweils ihren ersten Karriere-Dreier, als die tiefe Bank rund sieben Minuten vor Schluss geleert wurde.
Der alte Rekord – 46 Punkte beim 126:80 über Sacramento am 15. November 2017 – hatte fast ein Jahrzehnt Bestand. Mit 50,5 Prozent aus dem Feld, 37 Assists und 17 Steals spielte Atlanta phasenweise perfekten Team-Basketball, auf den Charlotte nie eine Antwort fand.
Für eine Franchise, die seit Jahren ihrem ersten echten Contender-Fenster nachjagt, war das ein Statement. Für Charlotte war es eine Warnung – eine, die das Heimpublikum in voller Lautstärke überbrachte.
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